Christusträger Bruderschaft

Erste Hilfe für psychische Gesundheit

Mitte April luden wir zum ersten Mal zu einem ungewöhnlichen Wochenendseminar ein: Erste Hilfe für psychische Gesundheit. Eine unserer Mitlebenden hat den Kurs besucht:

Oliver Dodt ist Referent des Kurses – © privat 2024
Oliver Dodt ist Referent des Kurses – © privat 2024

Erste Hilfe für psychische Gesundheit

An einem Erste-Hilfe-Kurs haben wahrscheinlich die meisten von uns schon teilgenommen. Wir lernten dabei zumindest, wie das Pulsfühlen, die stabile Seitenlage und eine Mund-zu-Mund-Beatmung funktionieren. Doch was ist zu tun, wenn es unseren Mitmenschen nicht körperlich, sondern mental schlecht geht, wenn sie in einer Krise stecken und erste Hilfe für die Seele brauchen?

Um in genau solchen Situationen Betroffenen besser helfen zu können, reisten 20 Teilnehmende, für den »Mental Health First Aid«-Kurs unter Leitung von Dr. Oliver Dodt (Arzt, Psychiater, Psychotherapeut) an; vom Studenten bis zur Rentnerin. Dieser Kurs wird inzwischen in 27 Ländern angeboten. Er bildet Ersthelfer aus, die dann Menschen mit einer psychischen Störung weiterhelfen können.

Dabei geht es nicht darum, die Krankheit selbst zu behandeln. So wie man als Ersthelfer am Unfallort das gebrochene Bein nicht selbst verarzten würde, sondern den Krankenwagen ruft, steht auch bei psychischen Krankheiten die Weiterleitung an professionelle Hilfe oft im Mittelpunkt.

Im Kurs besteht die Möglichkeit für Rückfragen – © privat 2024

Theorie und Praxis helfen zu helfen

Was aber kann ich als Laie tun, wenn ich in meinem Umfeld mit Problemen wie Depression, Angststörungen, Psychosen oder Suchtproblemen konfrontiert bin? Dazu vermittelt der Kurs einen guten Einstieg und wichtiges Hintergrundwissen.

Zu Beginn beschäftigten wir uns mit psychischen Erkrankungen im Allgemeinen. Viele Statistiken machten deutlich, wie häufig sie auftreten, dass viel zu wenig Betroffene professionelle Hilfe erhalten und welchem Leidensdruck sie ausgesetzt sind. Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, dass man einer psychisch kranken Person ihre Krankheit meist nicht direkt ansieht.

Das theoretische Wissen über Krankheiten wurde im Laufe des Kurses immer wieder durch praktische Übungen, wie Rollenspiele, vertieft und angewendet.

Bei der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Themen wurden uns Teilnehmenden wichtig:

  • Jede und jeder von uns kann erkranken;
  • Wissen hilft Vorurteile abzubauen;
  • Jede(r) kann etwas für Menschen mit psychischen Problemen tun, auch wenn es anfangs Überwindung kostet;
  • Schnelle Hilfe ist wichtig und mit dem richtigen Handwerkszeug auch möglich.
Die Atmosphäre im Kloster unterstützt das Lernen – © privat 2024

Premiere im Kloster

Dieser MHFA-Kurs fand zum ersten Mal als Wochenend-Angebot hier im Kloster Triefenstein statt. Einem sehr passenden Ort, wie ich finde. Nicht nur half uns die ruhige, friedliche und vor allem schöne Umgebung immer wieder, einen gesunden Abstand zu den Themen zu gewinnen.

Auch passen die Werte und Anliegen des Kurses zu denen der Christusträger. So konnten wir den Kurs am Sonntag mit einem gemeinsam gestalteten Gottesdienst abschließen, bei dem der Bibeltext aus dem Matthäus-Evangelium sowohl zur Arbeit der Christusträger als auch den Kursinhalten sehr gut passte.

Ich empfehle den Kurs sehr gern weiter. Sowohl an Personen, die sich mit therapeutischen und seelsorglichen Themen bereits beschäftigt haben, besonders aber auch für Menschen, die bisher wenig Berührungspunkte mit dem Bereich psychische Gesundheit hatten. Es lohnt sich in jedem Fall!

Die nächsten Wochenend-Kurse »Erste Hilfe für psychische Gesundheit« bei uns im Kloster Triefenstein finden vom 26.-29. September 2024 und vom 6.-9. Februar 2025 statt.

Hier finden Sie weitere Infos zu MHFA-Ersthelfer-Kursinhalten und Angeboten.

30.04.24

Zurück zu Berichte