Christusträger Bruderschaft

Christusträger an meiner Seite

Nachdem Br. Friedhelm sich einige Wochen in Deutschland erholen konnte, ist er zurück in Vanga und berichtet über seinen Dienst voller Leben, Leiden und Leidenschaft.

Br. Friedhelm, Kinderarzt mit Leib und Seele – © Harald Wolf 2019
Br. Friedhelm, Kinderarzt mit Leib und Seele – © Harald Wolf 2019

Vanga hat mich wieder und ich habe Vanga wieder mit allem, was dazu gehört. Auch mit meinen lieben Hausgenossen. Seit etwa zwei Jahren läuft das Experiment. Mit meinen nun wirklich sechzig Jahren bin ich jetzt definitiv in eine Vaterrolle geschlüpft. Meine sechs Mitbewohner sind zwischen fünfzehn und fünfundzwanzig. Josephat ist der älteste von ihnen. Begabter Sänger. Engagierter Christ aus einer kleinen freien Gemeinde in Kinshasa. Aktiv sind er und seine Kollegen in der Jugendarbeit in Vanga – mit meiner vollen Unterstützung. So sind sie Christusträger mit mir und an meiner Seite.

Br. Friedhelm mit seiner jungen Hausgemeinschaft – © Br. Friedhelm Förster 2020 

Kampf gegen das Virus

Morgens gegen 6 ist unser Morgengebet. Bibellese und Singen der alten Missionarslieder aus ganzem Herzen. Danach geht’s für mich ins Hospital. Dort hat uns Corona in Atem gehalten. Ich wurde gebeten, die Koordination der Corona-Schutzmaßnahmen zu übernehmen. Dazu wurde das ganze Hospital mit Handwaschstationen versorgt. Isolierstation, Triagehütte (damit Infizierte nicht das Virus ins Hospital tragen) und Gesichtsmasken-Produktion waren zu organisieren.

Mpia ist eine 22-jährige Diabetikerin, die wir in unserem Programm für junge Diabetiker in der Kinderstation betreuen. Hohes Fieber, Atemnot und akuter Sauerstoffmangel machten einen Corona-Abstrich notwendig. Samstagnachts wurde dieser 550 Kilometer weit nach Kinshasa gebracht. Eine Riesenanstrengung. Am Montag erhielten wir dann das positive Testergebnis. Und die Folgen? Böse Blicke. Ich hätte nun bekommen, was ich wollte, gar Corona nach Vanga gebracht, warfen mir manche vor. Das war bitter. Aber inzwischen haben wir uns versöhnt, das kann ich voller Dank sagen. Und wider Erwarten kam Mpia wieder auf die Beine – ein Gnadenzeichen von höchster
Stelle.

Die folgende Zeit wurde weiter anstrengend. Ich selbst entwickelte Corona-Antikörper und einen Schatten auf dem linken Auge – eine Pause war angesagt. So ging es dann erst mal September bis Dezember ins kalte und zunehmend Corona-verseuchte Deutschland zurück.

Br. Friedhelms Koffer am Flughafen – © Br. Friedhelm Förster 2020

Mit acht Koffern unterwegs

Kurz vor Weihnachten bin ich aus Triefenstein mit acht Koffern nach Vanga aufgebrochen. Dass hier inzwischen die Straße fast weggeschwommen ist, sei nur am Rande erwähnt. Schritt für Schritt gehen wir trotzdem unseren Weg an Seiner Seite. Etwa zu unseren jungen Diabetikern, um die ich mich sehr sorge. Und zur Apotheke. Die hält mich immer wieder in Atem durch ihre komplizierte Finanzverwaltung.

Und nun? Wie wird es hier in Vanga weitergehen? Wird Corona in Afrika, im Kongo, in Vanga doch noch zum großen Problem?  Noch will man das Virus hier immer noch nicht so recht wahrhaben. Wie wünschte ich mir, es würde wirklich nicht wahr. Aber dazu kann ich heute noch nichts sagen.

Liebe Freunde, lassen Sie uns hier in Vanga und bei Ihnen in Europa an die Sache Gottes Hand anlegen, mit ganzem Herzen, in ganzer Vorfreude auf sein Reich, Christus tragen, bunt und farbig wie wir sind.

Bruder Friedhelm, 05.01.21

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